Größter Vollmond seit 68 Jahren im November 2016

Astronomische Ereignisse im Nebelmonat

Was ist los mit den Planeten?

Anfang November verabschiedet sich Saturn vom Abendhimmel. Am 2. November gegen 18 Uhr treffen sich Saturn und Venus mit der schmalen zunehmenden Mondsichel tief im Südwesten.

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Grafik: Marco Sproviero © www.munichspace.de

Mars bewegt sich östlich Richtung Sternbild Steinbock. Am Abend des 6. November passiert der zunehmende Mond unseren äußeren roten Nachbarplaneten Mars.

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Grafik: Marco Sproviero © www.munichspace.de

Auch die beiden äußeren Gasriesen Uranus und Neptun sind im Moment am Abend beobachtbar, dazu ist allerdings ein Teleskop nötig. Für die Beobachtung mit bloßem Auge sind sie zu weit entfernt: Uranus 2,85 Milliarden Kilometer und Neptun 4,4 Milliarden Kilometer.

Am Morgen des 25. November passiert der aufgehende abnehmende Mond den großen Gasplaneten Jupiter. Das astronomische Rendezvous kann bis ca. 6.30 Uhr kurz vor Sonnenaufgang in südöstlicher Richtung beobachtet werden.

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Grafik: Marco Sproviero © www.munichspace.de

Supervollmond am 14.11.

Am 7. November um 20.51 Uhr erreicht der Mond sein sogenanntes erstes Viertel („Halbmond“). Dies heißt zu diesem Zeitpunkt ist von der Erde aus gesehen genau die zunehmende Hälfte von der Sonne erleuchtet, der Mond steht dabei im ersten Viertel seiner Umlaufbahn um die Erde. Am 14. des Monats um genau 12.00 Uhr mittags befindet sich unser Trabant in der sogenannten Erdnähe, dem Perigäum bei 356.509 Kilometern. Knapp drei Stunden später, also genau um 14.52 Uhr, ist zudem der Vollmond erreicht. Dieses Zusammenspiel beschert uns den größten Vollmond seit 68 Jahren. Tatsächlich schwankt die sichtbare Größe des Mondes je nach Erdnähe oder -ferne um bis zu 14%. Gegen 17.06 Uhr (MEZ, Mitteldeutschland)  geht der Mond am Osthorizont auf. Bei dieser Größe sind Fotoaufnahmen sicherlich lohnenswert.

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Foto: Marco Sproviero © www.munichspace.de

Die Erdferne, das Apogäum des Mondes, wird am 27.11. um 21 Uhr erreicht mit einem Abstand zur Erde von 406.545 Kilometern.

Die Wiederkehr des Siebengestirns

Ab 21.00 Uhr steigen die Plejaden am Novemberhimmel auf als Vorhut für Orion, den Himmelsjäger. Der offene Sternhaufen  M45 im Sternbild Stier wird auch Siebengestirn genannt, da man mit bloßem Auge ca. 7 Sterne zählen kann. Tatsächlich umfasst er aber mindestens 300 Sterne. Er sieht aus wie eine Miniaturausgabe des Großen Wagens. Betrachtet man die Plejaden durch ein Fernglas, erscheinen sie wie eine Diamantenbrosche in einem Schmuckkästchen. Diamanten, deren Licht ca. 400 Jahre unterwegs war, wenn es auf unser Auge trifft. Auch kleinere Amateurteleskope eigenen sich hervorragend zur Beobachtung oder Fotografie. Teleskope mit mehr als 20facher Vergrößerung sind jedoch eher ungünstig, da das Gesichtsfeld zu sehr eingeschränkt würde, so dass die Plejaden in ihrer Gesamtgestalt nicht mehr zu sehen wären.

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Die Plejaden mit den umgebenden Reflexionsnebeln – Foto: Marco Sproviero © www.munichspace.de

Mit einem Alter von etwa 80 Millionen Jahren ist M45 ein für kosmische Verhältnisse junges Sternenkonglomerat. Das kleine, aber auffällige Himmelsobjekt war schon früheren Kulturen längst bekannt. Bekannte Darstellungen finden sich in den Höhlen von Lascaux in Frankreich und sind vermutlich 21.000 bis 38.000 Jahre alt. Auch auf der berühmten Himmelsscheibe von Nebra werden die sieben gruppierten Punkte als Plejaden interpretiert. Die Bronzescheibe wurde 1999 nahe der Stadt Nebra in Sachsen-Anhalt gefunden.

Die Himmelsscheibe von Nebra
Bildquelle: Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Nebra_Scheibe.jpg)

Sie ist mit astronomischen Darstellungen bestückt und wurde vor geschätzt 3600 Jahren wohl zu religiösen und astronomischen Zwecken gebraucht. In Japan heißt das Sternengebilde Subaru. Eine japanische Automarke hat die sechs hellsten Sterne als Firmenlogo gewählt.

Maximum der Leoniden  

Auch wenn die Ausbeute voraussichtlich für 2016 eher bescheiden sein wird, lohnt es sich dennoch nach Meteoren der Leoniden Ausschau zu halten. Diese Sternschnuppenströme erscheinen im Sternbild Löwe, ihrem Namensgeber. Der tatsächliche Ursprung der Leoniden geht auf den Kometen 51P/Temple Tuttle zurück. Besonderes Merkmal der Leoniden ist ihre Geschwindigkeit. Mit 70 km/s sind sie sehr schnell und einer der bekannteren alljährlich wiederkehrenden Meteorströme. Unsere Erde durchläuft auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne die Bahn diverser Kometen, die ihre Auflösungsprodukte als „Schweif“ nach sich ziehen. Tritt eines dieser Auflösungsteilchen, Meteoriden genannt, in die Erdatmosphäre ein und verglüht, sehen wir einen Meteor oder eben eine Sternschuppe am Himmel aufleuchten. Genau genommen sehen wir die zum Glühen gebrachte Luft und nicht das Teilchen selbst, diese sind viel zu klein, aber mit bis zu 214.000 km/h sehr schnell. Meist verglühen diese kosmischen Kleinkörper vollständig. Trifft dennoch mal ein Rest auf der Erde auf, nennt man ihn Meteorit.

 

Viel Spaß beim Beobachten & Clear Skies
Marco Sproviero
www.munichspace.de

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