Größter Vollmond seit 68 Jahren im November 2016

Astronomische Ereignisse im Nebelmonat

Was ist los mit den Planeten?

Anfang November verabschiedet sich Saturn vom Abendhimmel. Am 2. November gegen 18 Uhr treffen sich Saturn und Venus mit der schmalen zunehmenden Mondsichel tief im Südwesten.

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Grafik: Marco Sproviero © www.munichspace.de

Mars bewegt sich östlich Richtung Sternbild Steinbock. Am Abend des 6. November passiert der zunehmende Mond unseren äußeren roten Nachbarplaneten Mars.

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Grafik: Marco Sproviero © www.munichspace.de

Auch die beiden äußeren Gasriesen Uranus und Neptun sind im Moment am Abend beobachtbar, dazu ist allerdings ein Teleskop nötig. Für die Beobachtung mit bloßem Auge sind sie zu weit entfernt: Uranus 2,85 Milliarden Kilometer und Neptun 4,4 Milliarden Kilometer.

Am Morgen des 25. November passiert der aufgehende abnehmende Mond den großen Gasplaneten Jupiter. Das astronomische Rendezvous kann bis ca. 6.30 Uhr kurz vor Sonnenaufgang in südöstlicher Richtung beobachtet werden.

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Grafik: Marco Sproviero © www.munichspace.de

Supervollmond am 14.11.

Am 7. November um 20.51 Uhr erreicht der Mond sein sogenanntes erstes Viertel („Halbmond“). Dies heißt zu diesem Zeitpunkt ist von der Erde aus gesehen genau die zunehmende Hälfte von der Sonne erleuchtet, der Mond steht dabei im ersten Viertel seiner Umlaufbahn um die Erde. Am 14. des Monats um genau 12.00 Uhr mittags befindet sich unser Trabant in der sogenannten Erdnähe, dem Perigäum bei 356.509 Kilometern. Knapp drei Stunden später, also genau um 14.52 Uhr, ist zudem der Vollmond erreicht. Dieses Zusammenspiel beschert uns den größten Vollmond seit 68 Jahren. Tatsächlich schwankt die sichtbare Größe des Mondes je nach Erdnähe oder -ferne um bis zu 14%. Gegen 17.06 Uhr (MEZ, Mitteldeutschland)  geht der Mond am Osthorizont auf. Bei dieser Größe sind Fotoaufnahmen sicherlich lohnenswert.

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Foto: Marco Sproviero © www.munichspace.de

Die Erdferne, das Apogäum des Mondes, wird am 27.11. um 21 Uhr erreicht mit einem Abstand zur Erde von 406.545 Kilometern.

Die Wiederkehr des Siebengestirns

Ab 21.00 Uhr steigen die Plejaden am Novemberhimmel auf als Vorhut für Orion, den Himmelsjäger. Der offene Sternhaufen  M45 im Sternbild Stier wird auch Siebengestirn genannt, da man mit bloßem Auge ca. 7 Sterne zählen kann. Tatsächlich umfasst er aber mindestens 300 Sterne. Er sieht aus wie eine Miniaturausgabe des Großen Wagens. Betrachtet man die Plejaden durch ein Fernglas, erscheinen sie wie eine Diamantenbrosche in einem Schmuckkästchen. Diamanten, deren Licht ca. 400 Jahre unterwegs war, wenn es auf unser Auge trifft. Auch kleinere Amateurteleskope eigenen sich hervorragend zur Beobachtung oder Fotografie. Teleskope mit mehr als 20facher Vergrößerung sind jedoch eher ungünstig, da das Gesichtsfeld zu sehr eingeschränkt würde, so dass die Plejaden in ihrer Gesamtgestalt nicht mehr zu sehen wären.

Plejaden M45
Die Plejaden mit den umgebenden Reflexionsnebeln – Foto: Marco Sproviero © www.munichspace.de

Mit einem Alter von etwa 80 Millionen Jahren ist M45 ein für kosmische Verhältnisse junges Sternenkonglomerat. Das kleine, aber auffällige Himmelsobjekt war schon früheren Kulturen längst bekannt. Bekannte Darstellungen finden sich in den Höhlen von Lascaux in Frankreich und sind vermutlich 21.000 bis 38.000 Jahre alt. Auch auf der berühmten Himmelsscheibe von Nebra werden die sieben gruppierten Punkte als Plejaden interpretiert. Die Bronzescheibe wurde 1999 nahe der Stadt Nebra in Sachsen-Anhalt gefunden.

Die Himmelsscheibe von Nebra
Bildquelle: Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Nebra_Scheibe.jpg)

Sie ist mit astronomischen Darstellungen bestückt und wurde vor geschätzt 3600 Jahren wohl zu religiösen und astronomischen Zwecken gebraucht. In Japan heißt das Sternengebilde Subaru. Eine japanische Automarke hat die sechs hellsten Sterne als Firmenlogo gewählt.

Maximum der Leoniden  

Auch wenn die Ausbeute voraussichtlich für 2016 eher bescheiden sein wird, lohnt es sich dennoch nach Meteoren der Leoniden Ausschau zu halten. Diese Sternschnuppenströme erscheinen im Sternbild Löwe, ihrem Namensgeber. Der tatsächliche Ursprung der Leoniden geht auf den Kometen 51P/Temple Tuttle zurück. Besonderes Merkmal der Leoniden ist ihre Geschwindigkeit. Mit 70 km/s sind sie sehr schnell und einer der bekannteren alljährlich wiederkehrenden Meteorströme. Unsere Erde durchläuft auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne die Bahn diverser Kometen, die ihre Auflösungsprodukte als „Schweif“ nach sich ziehen. Tritt eines dieser Auflösungsteilchen, Meteoriden genannt, in die Erdatmosphäre ein und verglüht, sehen wir einen Meteor oder eben eine Sternschuppe am Himmel aufleuchten. Genau genommen sehen wir die zum Glühen gebrachte Luft und nicht das Teilchen selbst, diese sind viel zu klein, aber mit bis zu 214.000 km/h sehr schnell. Meist verglühen diese kosmischen Kleinkörper vollständig. Trifft dennoch mal ein Rest auf der Erde auf, nennt man ihn Meteorit.

 

Viel Spaß beim Beobachten & Clear Skies
Marco Sproviero
www.munichspace.de

Himmelsbeobachtung: Der Sternenhimmel im September 2016

Der Sommer 2016 geht am 22. September zu Ende. Für Himmelsbeobachter, Astronomie- und Sternenbegeisterte kommen schon jetzt die ergiebigeren Nächte. Es wird früher dunkel und die Luft ist oft schon klarer. Der erste Herbstmonat bietet uns einige spannende Konstellationen und Ereignisse.

Der Septembersternhimmel
Grafik: Software Cartes Du Ciel

Der September beginnt mit Neumond und einer ringförmigen Sonnenfinsternis über Afrika

Am 1. September ist Neumond und durch eine besondere, immer wiederkehrende Stellung von Sonne, Mond und Erde ereignet sich über Afrika eine ringförmige Sonnenfinsternis. Menschen in Teilen des afrikanischen Kontinents haben das Glück, im Kernschatten des Mondes zu sein und die Finsternis zu 100% sehen zu können. Dabei ist der Mond soweit auf seiner ellipsenförmigen Umlaufbahn von der Erde entfernt, dass die Sonne nicht ganz bedeckt erscheint, sondern ein „Sonnenring“ den Mond umschließt. Die Zone der ringförmigen Verfinsterung überquert Zentral- und Ostafrika von West nach Ost. Sie durchläuft die Länder Gabun, die Republik Kongo, die Demokratische Republik Kongo, Tansania, Mozambik sowie die Inseln Madagaskar und La Réunion.

Ebenfalls schon zum 1. September erreicht der Meteorstrom der Alpha-Aurigiden aus dem Sternbild Auriga (Fuhrmann) sein Maximum. Die Sternschnuppen erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 234.000 Stundenkilometern. Damit sind sie schneller als die Perseiden im August, allerdings ist ihre Anzahl deutlich geringer (6-10 pro Stunde). Der Mutterkörper der Alpha-Aurigiden, der Komet C/1911 N1 Kiess, durchquert unser Sonnensystem in gut 2000 Jahren wieder.

Wer die Planeten Saturn und Mars beobachten möchte, sollte die erste Septemberhälfte noch nutzen. Die beiden Planeten verabschieden sich immer mehr aus dem abendlichen Blickfeld. Der Mars leuchtet orangerot am Westhimmel und zieht seine Bahn vom Sternbild Skorpion über den Schlangenträger Richtung Schütze.

Mars bewegs sich Richtung Sternbild Schütze
Grafik / Darstellung: Marco Sproviero © www.munichspace.de

Die markante Dreieckskonstellation vom Sommer 2016 aus Mars, Saturn und Antares wird dadurch immer weiter auseinandergezogen. Wer den Saturn mit seinen Ringen durch ein Teleskop betrachten möchte, sollte noch in diesem Monat eine Sternwarte besuchen.

Der zunehmende Mond in der ersten Septemberhälfte

Ab dem 3.9. beginnt die erste Abendsichtbarkeit des Mondes mit einer zarten Sichel. An diesem Abend um ca. 19:30 Uhr gesellt sich unser innerer Nachbarplanet Venus dazu. Dieses  Zusammentreffen kann schon mit bloßem Auge oder mit einem Fernglas beobachtet werden.

Darstellung der Konstellation Planeten und Mond 03. September 2016
Grafik: Marco Sproviero © www.munichspace.de

Sein Apogäum durchläuft der Mond am Dienstag, den 6.9. Das ist in diesem Monat sein erdfernster Punkt mit einem Abstand von 405.055 km. Der mittlere Abstand des Mondes zur Erde beträgt 384.401 km.

Am Donnerstag, den 08.09. passiert der Mond den Ringplaneten Saturn. Auch diese Begegnung ist bereits mit bloßem Auge zu erkennen.

Grafik: Marco Sproviero © www.munichspace.de
Grafik: Marco Sproviero © www.munichspace.de

Halbschattenfinsternis bei Vollmond

Am Freitag, den 16.09. kommt es zu einer von Mitteleuropa aus sichtbaren, sogenannten Halbschattenfinsternis. Der Mond tritt zu 93% in den Halbschatten der Erde ein, was zu einer geringfügigen Verdunkelung des oberen äußeren Mondrandes führt.  Um 20.54 Uhr, beim Maximum der Finsternis, sind die Chancen am besten, etwas von der Verdunkelung zu erkennen. Erforderlich für eine Beobachtung sind gutes Wetter und ein Beobachtungsplatz mit  Blick nach Südosten. Einige Sternwarten bieten Sonderführungen an. Es lohnt sich, nachzufragen.  Die nächste totale Mondfinsternis ist in Europa am 27. Juli 2018 sichtbar.

Das Sommerdreieck noch fast im Zenit

Mit bloßem Auge lässt sich das markante Sommerdreieck am Abendhimmel gegen 22.00 Uhr im Zenit gut finden. Es setzt sich aus den hellsten Sternen der Sternbilder Schwan, Leier und Adler zusammen: Deneb im Schwan, Wega in der Leier und Altair im Adler.

Darstellung Sommerdreieck
Grafik: Software Cartes Du Ciel / Darstellung Marco Sproviero © www.munichspace.de

Das Sommerdreieck selbst ist keines der offiziellen Sternbilder der Internationalen Astronomischen Union (IAU), sondern ein Asterismus, also eine charakteristische Sternenformation. Cygnus, wie der Schwan auf Lateinisch genannt wird, birgt eine astronomische Beobachtungskostbarkeit, den Doppelstern Albireo im Kopf des Schwan. Dieser optische Doppelstern ist ca. 390 Lichtjahre von uns entfernt. Auch dafür lohnt sich ein Sternwartenbesuch, denn nur im Teleskop kann man die beiden farblich unterschiedlichen Einzelsterne entdecken.

Auf der Sternwarte kann man im September auch schon unsere große Nachbargalaxie im Sternbild Andromeda betrachten. Sie ist ca. 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt, was bedeutet, dass das Licht zu uns ca. 2,5 Millionen Jahre unterwegs war. Das ist ein Blick weit zurück in die Vergangenheit. Im Teleskop erscheint die Andromedagalaxie als milchiger Fleck. Erst wenn sie fotografisch mit Langzeitbelichtung festgehalten wird, werden Details und Farben erkennbar.

Foto der Andromedagalaxie
Foto: Marco Sproviero © www.munichspace.de
Andromedagalaxie, Entfernung ca. 2,5 Millionen Lichtjahre

Ende September: Merkur am Morgenhimmel

Frühaufsteher können den hellen Merkur, den kleinsten und sonnennächsten unserer Planeten, bereits am 23. September um 6.10 Uhr tief am Osthimmel ausmachen. Seine Helligkeit nimmt aufgrund seiner Stellung zur Sonne an den darauffolgenden Morgen stetig zu. Am Morgen des 29.09. wandert die extrem schmale Sichel des abnehmenden Mondes ganz knapp südlich an Merkur vorbei.

Ausblick auf den Oktoberhimmel

Ein goldener Oktober beschert auch Himmelsbeobachtern viele klare Nächte. Es ereignen sich optische Planetenbegegnungen und die Herbststernbilder ziehen auf.

Viel Spaß beim Beobachten!

Herzliche Grüße
Marco & Barbara Sproviero
www.munichspace.de

Der Beitrag wurde auch bei Focus-online (Wissen) veröffentlicht.

Dieser Schauer ist willkommen: der „Perseidenregen“ erreicht um den 12. August seinen Höhepunkt

„Du siehst die leuchtende Sternschnuppe nur dann, wenn sie vergeht.“

Christian Friedrich Hebbel – der deutsche Dichter des poetischen Realismus bringt es auf den Punkt. Wer Sternschnuppen sehen will, muss in den Himmel schauen. Am Besten im Liegen und etwas außerhalb der Stadt auf freiem Feld. Am kommenden Freitag, wenn hoffentlich der Himmel sternenklar ist, können Romantiker, Naturliebhaber und Astronomiebegeisterte wieder Sternschnuppen in großer Zahl vom Himmel regnen sehen. Der alljährliche Perseiden-Meteorschauer mit durchschnittlich 120 Sternschnuppen pro Stunde ist ein Himmelsereignis, das ohne aufwändige optische Hilfsmittel beobachtet werden kann.

Manch einer folgt dem alten Aberglauben und wünscht sich beim Aufblitzen einer Sternschnuppe etwas – natürlich ohne den Wunsch zu verraten. Beim Beobachten der Perseiden kann man eine ganze Wunschliste abarbeiten. Bleiben wir zunächst bei den Mythen. Die Sternschnuppenschauer im August sind auch als Laurentiustränen bekannt. Der römische Märtyrer und Heilige soll der Legende nach den ihm anvertrauten Kirchenschatz an die Armen verteilt haben anstatt ihn wie gefordert dem Kaiser zu übergeben. Wegen dieser Provokation ließ der Kaiser ihn am 10. August 258 n. Chr.  auf glühendem Rost zu Tode martern. Sein qualvoller Feuertod hat Laurentius zum Schutzpatron der Köche und Grillmeister gemacht. Die Tränen, die er dabei vergoss, erscheinen seitdem um diesen Tag am Himmel.

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Perseide im Jahr 2015 neben dem Sternbild Orion um 303:45 Uhr über Umbrien (Umbria, TR, Italia)

Nicht so martialisch, aber umso faszinierender ist die Entstehungsgeschichte der Perseiden aus astronomischer Sicht:  sie sind einer der bekanntesten alljährlich wiederkehrenden Meteorströme. Das Wort Meteor stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Himmels- oder Lufterscheinung“. Unsere Erde durchläuft auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne die Bahn diverser Kometen, die ihre Auflösungsprodukte als „Schweif“ nach sich ziehen. Tritt eines dieser Auflösungsteilchen, Meteoriden genannt, in die Erdatmosphäre ein und verglüht, sehen wir einen Meteor oder eben eine Sternschuppe am Himmel aufleuchten. Genau genommen sehen wir die zum Glühen gebrachte Luft und nicht das Teilchen selbst, diese sind viel zu klein, aber mit bis zu 214.000 km/h sehr schnell. Bei dieser Geschwindigkeit erhitzen und ionisieren sie die Luftmoleküle, die dann bei der sogenannten Rekombination Licht aussenden und kurz aufblitzen. Meist verglühen diese kosmischen Kleinkörper vollständig. Trifft dennoch mal ein Rest auf der Erde auf, nennt man ihn Meteorit.

Einzelne Sternschnuppen kann man zu jeder Jahreszeit sehen. Zu bestimmten Zeiten im Jahr aber kommt es zu häufigem Zusammentreffen der Erdatmosphäre mit Kometenschweifteilchen, bei denen dann die Zahl der Meteore zunimmt und sich in Sternschnuppenschwärmen, Meteorschauern oder -strömen am Himmel zeigen. Die Bezeichnung richtet sich nach der Anzahl der Meteore. Neben den bekannten Perseiden im August gibt es z.B. noch die Leoniden im November oder die Geminiden im Dezember. Der Name des Stroms leitet sich vom sogenannen Radianten ab. Das ist der Punkt, von dem die Partikelschwärme von der Erde aus gesehen scheinbar ausgehen. Der Effekt ähnelt dem Bild, das man als Autofahrer hat, wenn man durch ein Schneegestöber fährt. Der Meteorstrom wird nach dem Sternbild benannt, in dem dieser Radiant liegt. Bei den Leoniden ist das der Löwe, bei den Geminiden sind es die Zwillinge und bei den Perseiden ist das das Sternbild Perseus. Der tatsächliche Entstehungsort der Perseiden ist der Komet 109P/Swift-Tuttle, dessen Bahn die Erde während ihres Sonnenumlaufs immer um den 12. August trifft. Die amerikanischen Astronomen Swift und Tuttle hatten den Kometen 1862 entdeckt.

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Darstellung der Enstehung eines Meteorschauers (Sternschnuppen)

Dieses Jahr sind bei optimaler Sicht und Dunkelheit besonders viele Perseiden zu sehen, es könnten bis zu 150 pro Stunde werden. Der Jupiter zieht mit seiner Gravitationskraft alle 12 Jahre die Staubteilchen etwas näher in Richtung Erde. Am Freitagmorgen zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang, wenn der Radiant im Sternbild Perseus im Zenit steht und der zunehmende Mond schon untergegangen ist, sind die Beobachtungsbedingungen am günstigsten. Dann muss man nur noch nach Nordosten zum Sternbild Perseus blicken und das Schauspiel kann beginnen.

Viel Spaß und viel Erfolg beim Beobachten und natürlich gutes Wetter!

Herzliche Grüße
Marco Sproviero
www.munichspace.de

Merkurtransit am 09. Mai 2016

Am 09. Mai 2016 kommt es zu einem sogenannten Merkurtransit vor der Sonne. Dabei zieht der Merkur von der Erde aus gesehen vor der Sonne vorbei. Der Transit beginnt um 13:12 Uhr und endet um 20:42 Uhr. Die Mitte des Transits wird um 16:57 Uhr erreicht.

Verlauf des Merkurdurchgangs am 09. Mai 2016
Verlauf des Merkurdurchgangs am 09. Mai 2016 – Quelle: Fred Espenak, www.EclipseWise.com / NASA / SDO / Sterne & Weltraum / munichspace.de-Grafik

Bei gutem Wetter ist der Transit von Mitteleuropa aus gut beobachtbar, da die Sonne bereits sehr hoch steht.

ACHTUNG:
Zur Beobachtung sind spezielle Sonnenteleskope erforderlich – bitte
UNBEDINGT AUF DEN AUGENSCHUTZ ACHTEN!!
SIEHE: http://www.munichspace.de/himmelsbeobachung/sonnenbeobachtung_augenschutz.pdf

Da der vorüberziehende Merkur sehr klein ist, ist das Merkurscheibchen leider mit einer Sonnenfinsternisbrille alleine nicht erkennbar.

Unter anderem bieten folgende Institutionen / Einrichtungen öffentliche Beobachtungen mit sicheren Teleskopen und geeigneten Beobachtungshilfmitteln an:

Ein von der Erde aus beobachtbarer Merkurtransit ist ein eher seltenes Ereignis. Etwa 13 bis 14 solcher „Durchgänge“ des kleinsten Planeten Merkur vor der Sonne ereignen sich pro Jahrhundert.

Hintergrund:

Da der Planet Merkur die Sonne innerhalb der Erdbahn umkreist, kommt es in bestimmten Abständen vor, dass Merkur von der Erde aus gesehen vor der Sonne vorbei zieht:

Darstellung der Planetenkonstellation der ersten 5 Planeten am 09. Mai 2016
Darstellung der Planetenkonstellation der ersten 5 Planeten am 09. Mai 2016 – www.munichspace.de
Darstellung der Bahnebenen / Winkel von Erde und Merkur
Darstellung der Bahnebenen / Winkel von Erde und Merkur – www.munichspace.de

Die Merkurdurchgänge ereignen sich immer um den 07. Mai und den 09. November herum. Der letzte Transit ereignete sich am 08. November 2006, der nächste (nach dem vom 09. Mai 2016) ist dann am 11. November 2019.
Der Transit vom 09. Mai ist der längste der kommenden 40 Jahre.

Historischer Exkurs:

Johannes Kepler (1571-1630) machte im Jahr 1627 als erster auf die Merkurdurchgänge aufmerksam und berechnete den Merkurdurchgang von 1631 voraus.
Pierre Gassendi beobachtete den von Kepler vorausgesagten Transit dann, Kepler selbst konnte das Ereignis leider nicht mehr miterleben.

Weiterführende Weblinks:

 

 

Der Mond bedeckt den Stern Aldebaran

Am 23.12.2015 um 19:11 Uhr (München) wandert der Mond vor den Hauptstern des Sternbildes Stier, Aldebaran. Die Bedeckung dauert eine gute Stunde, um 20:18 Uhr gibt der Mond die Sicht auf den Stern wieder frei. Pro Stunde wandert die „Mondscheibe“ etwa ihren eigenen Durchmesser gegenüber dem dahinterliegenden Sternenhimmel ostwärts. Bei gutem Wetter kann das Schauspiel schon knapp 2 Stunden vor dem eigentlichen Eintritt beobachtet werden. Dazu ist ein freier Blick Richtung Osten / Süden erforderlich.

Dieses Bild zeigt die Stellung des Mondes vor der Bedeckung:

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Zu sehen ist das Schauspiel nördlich des Sternbildes Orion:

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Viel Spaß beim Beobachten

Marco Sproviero

Totale Mondfinsternis am frühen Morgen des 28.09.2015

Am frühen Montagmorgen, den 28.09.2015 kam es zu einer in Europa, Amerika und Teilen Afrikas sichtbaren, totalen Mondfinsternis.
Die Einzelbilder für das Video wurden in Warngau (Holzkirchen, 40 km südlich von München) aufgenommen.

Dieses Video zeigt zunächst den Eintritt des Mondes in den Erd-Kernschatten, im weiteren Verlauf „färbt“ sich die Mondoberfläche dann rötlich, da das Sonnenlicht, welches von hinten auf die Erde scheint teilweise durch unsere Atmosphäre diffundiert (gebrochen wird). Dabei gelangt rotes, langwelliges Licht zum Mond, das ihn dann rot erscheinen lässt.
Die „abnehmende“ Phase der Finsternis wurde nicht mehr aufgenommen, es bildete sich Nebel, der sich dank Frost (!!) als Eis am Teleskop niederschlug…

Weitere Informationen zur Entstehung von Sonnen- und Mondfinsternissen gibt es hier (Link innerhalb von munichspace.de)

Die Raumsonde „New Horizons“ erreicht den Zwergplaneten Pluto

Am 14. Juli 2015 wird die NASA-Raumsonde „New Horizons“ den Zwergplaneten Pluto und einen seiner Begleiter, Charon, erreichen.
Die Sonde ist der erste von Menschenhand gebaute Flugkörper, der dem „ehemaligen“ äußersten Planeten so nahe kommt.Detaillierte Informationen zur NASA-Mission gibt es hier:
NASA-Seite zu „NEW Horizons“
„New Horizons“ bei Wikipedia
Sterne und Weltraum zu „New Horizons“
150622_Pluto_System
Dieses Video der National Space Society zeigt die Geschichte der wichtigsten Planetenmissionen in unserem Sonnensystem:

Quelle: Youtube-Kanal der National Space Society

Treffen von Mond, Venus und Jupiter am 20.06.2015

Am Abend des 20.06.2015 (Samstag) kommt es zur Begegnung von Mond, Venus und Jupiter.

Von uns aus gesehen rücken die drei Himmelsobjekte zu diesem Zeitpunkt scheinbar nahe zusammen, siehe erste Darstellung unten. Die Konstellation Erde – Mond – Venus – Jupiter auf ihren Umlaufbahnen ist in der zweiten unteren Grafik dargestellt. Der Mond ist zu diesem Zeitpunkt vier Tage „alt“, das heißt seit Neumond sind vier Tage vergangen. Das heißt, wir sehen an diesem Abend die beleuchteten 19% in Form einer Mondsichel. Darüber zeigen sich Venus und Jupiter. Diese „Begegnung“ kann ab ca. 21:30 Uhr bei klarem Wetter am Westhimmel gut beobachtet werden.
An den darauf folgenden Tagen rückt die Venus immer näher an den Jupiter heran, den geringsten scheinbaren Abstand haben die Planeten von uns aus gesehen dann am 01. Juli 2015.150620_Jupiter_Vens_Mond_Stellarium_900b

150620_Kostellation_Mond_Venus_Jupiter_900b

Partielle Sonnenfinsternis am 20.03.2015

Am Freitag, den 20.03.2015 kam es zu einer bei uns in Mitteleuropa sichtbaren partiellen Sonnenfinsternis.

Bei traumhaftem Wetter war das Ereignis etwa zwischen 09:31 Uhr und 11:51 über München Uhr zu sehen. die Maximale Bedeckung der Sonne betrug dabei in München 67,8%.

Dieses Video zeigt den Verlauf der partiellen Sonnenfinsternis von München aus. Zur Erzeugung des Films wurden 862 Einzelaufnahmen durch ein sogenanntes H-alpha-Sonneteleskop gemacht. Ein H-alpha-Sonnenteleskop ist mit einem Interferenzfilter ausgestattet und lässt nur den Teil des sichtbaren Lichtes durch, der der Wellenlänge des ionisierten Wasserstoffs entspricht: 656,28 Nanometer. Damit werden Oberflächenstrukturen und Protuberanzen auf der Sonne sichtbar.

 

Zum Vergleich ist hier der Verlauf (ab der größten Bedeckung) der Sonnenfinsternis im Januar 2011 dargestellt:

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