Himmelsbeobachtung: Der Sternenhimmel im September 2016

Der Sommer 2016 geht am 22. September zu Ende. Für Himmelsbeobachter, Astronomie- und Sternenbegeisterte kommen schon jetzt die ergiebigeren Nächte. Es wird früher dunkel und die Luft ist oft schon klarer. Der erste Herbstmonat bietet uns einige spannende Konstellationen und Ereignisse.

Der Septembersternhimmel
Grafik: Software Cartes Du Ciel

Der September beginnt mit Neumond und einer ringförmigen Sonnenfinsternis über Afrika

Am 1. September ist Neumond und durch eine besondere, immer wiederkehrende Stellung von Sonne, Mond und Erde ereignet sich über Afrika eine ringförmige Sonnenfinsternis. Menschen in Teilen des afrikanischen Kontinents haben das Glück, im Kernschatten des Mondes zu sein und die Finsternis zu 100% sehen zu können. Dabei ist der Mond soweit auf seiner ellipsenförmigen Umlaufbahn von der Erde entfernt, dass die Sonne nicht ganz bedeckt erscheint, sondern ein „Sonnenring“ den Mond umschließt. Die Zone der ringförmigen Verfinsterung überquert Zentral- und Ostafrika von West nach Ost. Sie durchläuft die Länder Gabun, die Republik Kongo, die Demokratische Republik Kongo, Tansania, Mozambik sowie die Inseln Madagaskar und La Réunion.

Ebenfalls schon zum 1. September erreicht der Meteorstrom der Alpha-Aurigiden aus dem Sternbild Auriga (Fuhrmann) sein Maximum. Die Sternschnuppen erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 234.000 Stundenkilometern. Damit sind sie schneller als die Perseiden im August, allerdings ist ihre Anzahl deutlich geringer (6-10 pro Stunde). Der Mutterkörper der Alpha-Aurigiden, der Komet C/1911 N1 Kiess, durchquert unser Sonnensystem in gut 2000 Jahren wieder.

Wer die Planeten Saturn und Mars beobachten möchte, sollte die erste Septemberhälfte noch nutzen. Die beiden Planeten verabschieden sich immer mehr aus dem abendlichen Blickfeld. Der Mars leuchtet orangerot am Westhimmel und zieht seine Bahn vom Sternbild Skorpion über den Schlangenträger Richtung Schütze.

Mars bewegs sich Richtung Sternbild Schütze
Grafik / Darstellung: Marco Sproviero © www.munichspace.de

Die markante Dreieckskonstellation vom Sommer 2016 aus Mars, Saturn und Antares wird dadurch immer weiter auseinandergezogen. Wer den Saturn mit seinen Ringen durch ein Teleskop betrachten möchte, sollte noch in diesem Monat eine Sternwarte besuchen.

Der zunehmende Mond in der ersten Septemberhälfte

Ab dem 3.9. beginnt die erste Abendsichtbarkeit des Mondes mit einer zarten Sichel. An diesem Abend um ca. 19:30 Uhr gesellt sich unser innerer Nachbarplanet Venus dazu. Dieses  Zusammentreffen kann schon mit bloßem Auge oder mit einem Fernglas beobachtet werden.

Darstellung der Konstellation Planeten und Mond 03. September 2016
Grafik: Marco Sproviero © www.munichspace.de

Sein Apogäum durchläuft der Mond am Dienstag, den 6.9. Das ist in diesem Monat sein erdfernster Punkt mit einem Abstand von 405.055 km. Der mittlere Abstand des Mondes zur Erde beträgt 384.401 km.

Am Donnerstag, den 08.09. passiert der Mond den Ringplaneten Saturn. Auch diese Begegnung ist bereits mit bloßem Auge zu erkennen.

Grafik: Marco Sproviero © www.munichspace.de
Grafik: Marco Sproviero © www.munichspace.de

Halbschattenfinsternis bei Vollmond

Am Freitag, den 16.09. kommt es zu einer von Mitteleuropa aus sichtbaren, sogenannten Halbschattenfinsternis. Der Mond tritt zu 93% in den Halbschatten der Erde ein, was zu einer geringfügigen Verdunkelung des oberen äußeren Mondrandes führt.  Um 20.54 Uhr, beim Maximum der Finsternis, sind die Chancen am besten, etwas von der Verdunkelung zu erkennen. Erforderlich für eine Beobachtung sind gutes Wetter und ein Beobachtungsplatz mit  Blick nach Südosten. Einige Sternwarten bieten Sonderführungen an. Es lohnt sich, nachzufragen.  Die nächste totale Mondfinsternis ist in Europa am 27. Juli 2018 sichtbar.

Das Sommerdreieck noch fast im Zenit

Mit bloßem Auge lässt sich das markante Sommerdreieck am Abendhimmel gegen 22.00 Uhr im Zenit gut finden. Es setzt sich aus den hellsten Sternen der Sternbilder Schwan, Leier und Adler zusammen: Deneb im Schwan, Wega in der Leier und Altair im Adler.

Darstellung Sommerdreieck
Grafik: Software Cartes Du Ciel / Darstellung Marco Sproviero © www.munichspace.de

Das Sommerdreieck selbst ist keines der offiziellen Sternbilder der Internationalen Astronomischen Union (IAU), sondern ein Asterismus, also eine charakteristische Sternenformation. Cygnus, wie der Schwan auf Lateinisch genannt wird, birgt eine astronomische Beobachtungskostbarkeit, den Doppelstern Albireo im Kopf des Schwan. Dieser optische Doppelstern ist ca. 390 Lichtjahre von uns entfernt. Auch dafür lohnt sich ein Sternwartenbesuch, denn nur im Teleskop kann man die beiden farblich unterschiedlichen Einzelsterne entdecken.

Auf der Sternwarte kann man im September auch schon unsere große Nachbargalaxie im Sternbild Andromeda betrachten. Sie ist ca. 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt, was bedeutet, dass das Licht zu uns ca. 2,5 Millionen Jahre unterwegs war. Das ist ein Blick weit zurück in die Vergangenheit. Im Teleskop erscheint die Andromedagalaxie als milchiger Fleck. Erst wenn sie fotografisch mit Langzeitbelichtung festgehalten wird, werden Details und Farben erkennbar.

Foto der Andromedagalaxie
Foto: Marco Sproviero © www.munichspace.de
Andromedagalaxie, Entfernung ca. 2,5 Millionen Lichtjahre

Ende September: Merkur am Morgenhimmel

Frühaufsteher können den hellen Merkur, den kleinsten und sonnennächsten unserer Planeten, bereits am 23. September um 6.10 Uhr tief am Osthimmel ausmachen. Seine Helligkeit nimmt aufgrund seiner Stellung zur Sonne an den darauffolgenden Morgen stetig zu. Am Morgen des 29.09. wandert die extrem schmale Sichel des abnehmenden Mondes ganz knapp südlich an Merkur vorbei.

Ausblick auf den Oktoberhimmel

Ein goldener Oktober beschert auch Himmelsbeobachtern viele klare Nächte. Es ereignen sich optische Planetenbegegnungen und die Herbststernbilder ziehen auf.

Viel Spaß beim Beobachten!

Herzliche Grüße
Marco & Barbara Sproviero
www.munichspace.de

Der Beitrag wurde auch bei Focus-online (Wissen) veröffentlicht.

Was wissen wir über unseren Mond?

Mondaufgang hinter der Frauenkirche (Weihnachten 2015)
© Marco Sproviero, 25.12.2015 / www.munichspace.de

Mal nimmt er zu, mal nimmt er ab, mal ist er voll und manchmal ist er gar nicht zu sehen.  Die Phasen des Mondes sind hinlänglich bekannt. Der Mond ist neben der Sonne das wohl augenfälligste Himmelsobjekt, das die Menschen seit jeher beobachten. Viele Mythen ranken sich um unseren vertrauten Erdbegleiter. Betrachtet man den Mond aber von der wissenschaftlichen Seite, verliert er kein bisschen an Faszination, im Gegenteil.


Die Kollisionstheorie – der Mond ist zum Teil aus Erdgestein

Derzeit gehen Forscher davon aus, dass der Mond vor mehr als 4,5 Milliarden durch einen Zusammenstoß der Protoerde (die frühe Erde) mit einem etwa marsgroßen Objekt, Theia genannt, entstanden ist. Bei dieser Kollision, in der Zeit der Formierung des Sonnensystems, wurden große Materiemengen des Erdmantels und des zerstörten Einschlägers in die Erdumlaufbahn geschleudert. Aus diesen Trümmern bildete sich innerhalb sehr kurzer Zeit unser Mond als glühender, kugelförmiger Himmelskörper. Anfangs hatte er wohl einen Abstand zur Erde von ca. 60.000 – 80.000 Kilometern und entfernt sich seitdem jährlich etwa 4 cm von uns.  Seitdem begleitet uns dieser natürliche Satellit.  Heute hat der Mond im Mittel einen Abstand von etwa 384.400 km. Seine Erdumlaufbahn ist stark elliptisch, daher ist der Mond mal näher, mal weiter weg von der Erde. Minimum (Erdnähe = Perigäum) 356.400 km, Maximum (Erdferne = Apogäum) 406.7400 km.


Lebensnotwendiger Mond

Für uns hier auf der  Erde ist der Mond lebens- und überlebenswichtig.  Durch den gravitativen Zusammenhang zwischen Erde und Mond bremst er die Rotationsgeschwindigkeit der Erde. Ohne den Mond dauerte ein Tag nur etwa acht Stunden, was extreme Stürme auf der Erdoberfläche zur Folge hätte. Aufrechte Lebensformen hätten es bei diesen Wetterbedingungen sehr viel schwerer. Außerdem stabilisiert er die Erdachse im Raum und sorgt somit für ein beständiges, relativ konstantes Klima.  Ohne den Mond würde die Rotationsachse der Erde taumeln, was zu drastischen, kurzfristigen Klimaveränderungen führen und die Lebensentfaltung stark einschränken würde. Die stabilisierende Wirkung des Mondes hat sehr wahrscheinlich der Evolution erst die notwendige Zeit für höher entwickeltes Leben gegeben.

 

Spannende, sehenswerte Oberflächenstrukturen

Meere, Gebirge und Krater, das sind die markanten „Landschaften“ des Mondes. Die sogenannten Meere sind schon mit bloßem Auge als dunklere Regionen auf der Oberfläche erkennbar. Das sind aber keine mit Wasser gefüllten Ozeane, sondern erkaltete  Lavaseen verursacht durch  massive Asteroideneinschläge während  der Frühzeit des Mondes.

Das nachfolgende Video zeigt eine Animation der Entstehung der heutigen uns bekannten Oberfläche des Erdmonds. Das Video beginnt kurz nachdem sich aus den Kollisionstrümmern die glühende, neue Mondkugel gebildet hat:

Quelle: youtube-Kanal des NASA Goddard Space Flight Center.

An den Rändern der Meere bildeten sich Gebirgsketten. Im weiteren Verlauf der Jahrmilliarden prägten mittlere und kleinere Einschläge die Oberfläche und übersäten sie mit den typischen Mondkratern. Schon mit einem Fernglas oder einem kleinen Teleskop lassen sich die großen Krater wie z.B. Tycho oder Copernicus gut beobachten und mit etwas Geschick und einem Stativ fotografieren:

http://munich-spaceblog.munichspace.de/?cat=6


Kennen wir die Mondrückseite?

Der Mond zeigt uns auf der Erde immer das gleiche Gesicht. Bedingt durch die Gravitationsbeziehung zwischen Erde und Mond und die daraus resultierenden Gezeitenkräfte ist die Eigenrotation des Mondes gebunden. Bis 1959, als die sowjetrussische Mondsonde Lunik 3 die ersten Bilder von der Rückseite des Mondes funkte, hatte noch kein Mensch zuvor die erdferne Seite gesehen.

Das Foto hinter dem folgenden Link zeigt die erste Aufnahme des Mondes von Lunik 3 (Oktober 1959):
Erstes Foto von der Mondrückseite (Link zum NASA-Bild)
Quelle: NASA Goddard Space Flight Center

Der Fortschritt bei Raumfahrt und Fototechnik liefert uns heute hochaufgelöste Bilder der Rückseite:
http://www.nasa.gov/mission_pages/LRO/news/lro-farside.html
Quelle: NASA/Goddard/Arizona State University

Blutmond: wenn der Mond verfinstert wird

Im Jahr 2015 hatten wir in Europa das Glück, gleich zwei Finsternisse zu beobachten: am 20. März eine Sonnenfinsternis, die bei uns in Deutschland partiell zu bewundern war und am frühen Morgen des 28. September eine totale Mondfinsternis.

Beide Ereignisse wurden im Raum München gefilmt:


Quelle: Marco Sproviero, www.munichspace.de © 2015


Quelle: Marco Sproviero, www.munichspace.de © 2015

Zu einer Sonnen-, bzw. Mondfinsternis kommt es immer dann, wenn Erde, Sonne und Mond auf einer Linie liegen. Dass es nicht bei jedem Umlauf des Mondes um die Erde zu einer Finsternis kommt, liegt an der Schrägstellung der Mondbahn um die Erde begründet. Normalerweise läuft der Mond über oder unter der Sonne hinweg, bzw. läuft hinterhalb der Erde oberhalb oder unterhalb des Erdschattens entlang.

Da nun auch die schrägliegende Mondbahn taumelt, kommt es von Zeit zu Zeit vor, dass genau bei Neumond, bzw. bei Vollmond eben die drei Himmelskörper auf einer Linie liegen und Finsternisse auf der Erde sichtbar sind.

Detaillierte Erläuterungen zu Sonnen- und Mondfinsternissen sind auf der
Munichspace-Homepage zu finden

Als nächstes ereignet sich am 1. September eine ringförmige Sonnenfinsternis über Afrika. Dabei ist der Mond soweit auf seiner ellipsenförmigen Umlaufbahn von der Erde entfernt, dass die Sonne nicht ganz bedeckt erscheint, sondern ein „Sonnenring“ den Mond umschließt. Zwei Wochen später  kommt es am 16. September zu einer  auch von uns aus sichtbaren Halbschattenmondfinsternis. Der Mond tritt zu 93% in den Halbschatten der Erde ein, was zu einer geringfügigen Verdunkelung des oberen äußeren Mondrandes führt.  Um 20.54 Uhr beim Maximum der Finsternis sind die Chancen am besten, etwas von der Verdunkelung zu erkennen. Erforderlich für eine Beobachtung sind gutes Wetter und ein Beobachtungsplatz mit  Blick nach Südosten. Einige Sternwarten bieten Sonderführungen an. Es lohnt sich, nachzufragen.  Die nächste totale Mondfinsternis ist in Europa am 27. Juli 2018 sichtbar.

Herzliche Grüße
Marco & Barbara Sproviero
www.munichspace.de

Der Beitrag wurde auch bei Focus-online (Wissen) veröffentlicht.

Dieser Schauer ist willkommen: der „Perseidenregen“ erreicht um den 12. August seinen Höhepunkt

„Du siehst die leuchtende Sternschnuppe nur dann, wenn sie vergeht.“

Christian Friedrich Hebbel – der deutsche Dichter des poetischen Realismus bringt es auf den Punkt. Wer Sternschnuppen sehen will, muss in den Himmel schauen. Am Besten im Liegen und etwas außerhalb der Stadt auf freiem Feld. Am kommenden Freitag, wenn hoffentlich der Himmel sternenklar ist, können Romantiker, Naturliebhaber und Astronomiebegeisterte wieder Sternschnuppen in großer Zahl vom Himmel regnen sehen. Der alljährliche Perseiden-Meteorschauer mit durchschnittlich 120 Sternschnuppen pro Stunde ist ein Himmelsereignis, das ohne aufwändige optische Hilfsmittel beobachtet werden kann.

Manch einer folgt dem alten Aberglauben und wünscht sich beim Aufblitzen einer Sternschnuppe etwas – natürlich ohne den Wunsch zu verraten. Beim Beobachten der Perseiden kann man eine ganze Wunschliste abarbeiten. Bleiben wir zunächst bei den Mythen. Die Sternschnuppenschauer im August sind auch als Laurentiustränen bekannt. Der römische Märtyrer und Heilige soll der Legende nach den ihm anvertrauten Kirchenschatz an die Armen verteilt haben anstatt ihn wie gefordert dem Kaiser zu übergeben. Wegen dieser Provokation ließ der Kaiser ihn am 10. August 258 n. Chr.  auf glühendem Rost zu Tode martern. Sein qualvoller Feuertod hat Laurentius zum Schutzpatron der Köche und Grillmeister gemacht. Die Tränen, die er dabei vergoss, erscheinen seitdem um diesen Tag am Himmel.

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Perseide im Jahr 2015 neben dem Sternbild Orion um 303:45 Uhr über Umbrien (Umbria, TR, Italia)

Nicht so martialisch, aber umso faszinierender ist die Entstehungsgeschichte der Perseiden aus astronomischer Sicht:  sie sind einer der bekanntesten alljährlich wiederkehrenden Meteorströme. Das Wort Meteor stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Himmels- oder Lufterscheinung“. Unsere Erde durchläuft auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne die Bahn diverser Kometen, die ihre Auflösungsprodukte als „Schweif“ nach sich ziehen. Tritt eines dieser Auflösungsteilchen, Meteoriden genannt, in die Erdatmosphäre ein und verglüht, sehen wir einen Meteor oder eben eine Sternschuppe am Himmel aufleuchten. Genau genommen sehen wir die zum Glühen gebrachte Luft und nicht das Teilchen selbst, diese sind viel zu klein, aber mit bis zu 214.000 km/h sehr schnell. Bei dieser Geschwindigkeit erhitzen und ionisieren sie die Luftmoleküle, die dann bei der sogenannten Rekombination Licht aussenden und kurz aufblitzen. Meist verglühen diese kosmischen Kleinkörper vollständig. Trifft dennoch mal ein Rest auf der Erde auf, nennt man ihn Meteorit.

Einzelne Sternschnuppen kann man zu jeder Jahreszeit sehen. Zu bestimmten Zeiten im Jahr aber kommt es zu häufigem Zusammentreffen der Erdatmosphäre mit Kometenschweifteilchen, bei denen dann die Zahl der Meteore zunimmt und sich in Sternschnuppenschwärmen, Meteorschauern oder -strömen am Himmel zeigen. Die Bezeichnung richtet sich nach der Anzahl der Meteore. Neben den bekannten Perseiden im August gibt es z.B. noch die Leoniden im November oder die Geminiden im Dezember. Der Name des Stroms leitet sich vom sogenannen Radianten ab. Das ist der Punkt, von dem die Partikelschwärme von der Erde aus gesehen scheinbar ausgehen. Der Effekt ähnelt dem Bild, das man als Autofahrer hat, wenn man durch ein Schneegestöber fährt. Der Meteorstrom wird nach dem Sternbild benannt, in dem dieser Radiant liegt. Bei den Leoniden ist das der Löwe, bei den Geminiden sind es die Zwillinge und bei den Perseiden ist das das Sternbild Perseus. Der tatsächliche Entstehungsort der Perseiden ist der Komet 109P/Swift-Tuttle, dessen Bahn die Erde während ihres Sonnenumlaufs immer um den 12. August trifft. Die amerikanischen Astronomen Swift und Tuttle hatten den Kometen 1862 entdeckt.

Grafik_Meteorschauer
Darstellung der Enstehung eines Meteorschauers (Sternschnuppen)

Dieses Jahr sind bei optimaler Sicht und Dunkelheit besonders viele Perseiden zu sehen, es könnten bis zu 150 pro Stunde werden. Der Jupiter zieht mit seiner Gravitationskraft alle 12 Jahre die Staubteilchen etwas näher in Richtung Erde. Am Freitagmorgen zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang, wenn der Radiant im Sternbild Perseus im Zenit steht und der zunehmende Mond schon untergegangen ist, sind die Beobachtungsbedingungen am günstigsten. Dann muss man nur noch nach Nordosten zum Sternbild Perseus blicken und das Schauspiel kann beginnen.

Viel Spaß und viel Erfolg beim Beobachten und natürlich gutes Wetter!

Herzliche Grüße
Marco Sproviero
www.munichspace.de